Die vorliegende Broschüre dokumentiert ein Projekt, das im Zeitraum von einem Jahr von Dieter Spath und Bernd Vlay (Bernd Knaller-Vlay) initiiert und durchgeführt wurde. Das Arbeiten im Maßstab 1:1, die Methode der direkten Aktion im Stadtraum, auf der ihr Projekt beruht, stellt eine Revision des Berufsbildes der Architektinnen bzw. Architekten zur Diskussion und macht alternative Arten der Planung, der Darstellung und des Denkens sichtbar. Die Unmittelbarkeit, das 1:1 eines wirklichen „Derives“ wir abgebildet. city-joker war Bestandteil des Steirischen Herbst 1995 und ein Schlüsselwerk im österreichischen Urbanismusdiskurs der 1990er Jahre.
Die Idee: 72 Stunden folgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer exakt in den Stadtraum projizierten geografischen Linie. Dieser Linie wird kompromisslos entlang gegangen, das bedeutet, dass Objekte wie Gebäude oder Mauern erklettert oder durchquert werden. Absurditäten, soziale Riten und Unfassbares wird unerschrocken in Echtzeit gekreuzt. Die Stadt wird dabei jenseits etablierter Wahrnehmungsformen beschrieben und erlebt.
„Der city-joker lehnt sich gegen den autoritären Anspruch und die Rezepthaftigkeit städtebaulicher Verfahren auf. Ihn interessieren gerade jene Absurditäten und Differenzen, sozialen Riten, Unberechenbarkeiten und Finten, die die Lesarten der Strategen und deren saubere Analysen im Maßstab 1:x unterminieren.“ Zitat Bernd Vlay und Dieter Spath, 1995